Die Freude am Älterwerden
Ich musste neulich schmunzeln, als ich mit einer Freundin walken war und sie von ihrem Enkel erzählte – endlich 3 ½!!!!!!!!!
Emis Kitafreundin ist ein halbes Jahr älter als er und behandelt ihn immer als den „Kleinen“. Das gefällt ihm natürlich gar nicht. Gestern wurde er nun endlich auch 3 ½ , leider ist sie dummerweise inzwischen 4 !!!!! Wieder der „Kleine“!!!
Wir amüsierten uns. Mit 50+ hatte sich unsere Begeisterung über das Älterwerden schon etwas gelegt und wir fiebern den Geburtstagen nicht mehr entgegen.
Trotzdem erinnere ich mich nur zu gut, wie ich selbst meinen 18. Geburtstag herbeigesehnt habe. Endlich volljährig und selbst entscheiden können, statt mit endlosen Diskussionen versuchen, die Eltern von bestimmten Wünschen und Vorstellungen zu überzeugen. Soweit so gut.
Die Kehrseite der „Freiheit“
Doch wie verhielt es sich dann wirklich? War es die ersehnte große „Frei“heit oder eher eine „Frei“heit in „homöopathischen“ Dosen? Die Kehrseite der „Frei“heit heißt Verantwortung übernehmen, und das wollte erstmal gelernt werden.
Daran hatte ich im Vorfeld gar nicht gedacht und ich vermute, so ging es vielen anderen auch. Es ist ungewohnt und vielleicht mit Unsicherheit, Zweifeln und Ängsten verbunden.
Wie geht frau oder man damit um?
Was liegt da näher, als sich zunächst an dem zu orientieren, was frau oder man schon kennt und verinnerlicht hat. Dabei herrschen zunächst zwei Handlungsoptionen vor. Entweder orientiert man sich an den bisher prägenden Konzepten und Wertvorstellungen der Eltern und Gesellschaft oder frau begehrt dagegen auf und tut aus Protest das Gegenteil. Beides hat mit „Frei“-heit und Gestaltungsspielraum nicht wirklich viel zu tun.
Weder das übernommene Modell noch das rein protestbehaftete Aufbegehren gegen das elterliche oder gesellschaftliche Modell kann diese „Frei“heit bringen. Doch wie lernen wir das und halten im schlimmsten Falle auch aus, eine „Außenseiterrolle“ einzunehmen, wenn wir unsere „Frei“heit leben?
Individuelle „Frei“heit
Der Schlüssel hierzu liegt in uns. Es gilt erst einmal zu wissen, was wir uns aus tiefstem Herzen wünschen und dem nachzugehen. Hierfür kann es sehr hilfreich sein, sich an seine kindlichen Wünsche und Sehnsüchte zu erinnern. Die Chance ist sehr groß, dass wir als Kinder noch sehr mit unserer inneren Stimme bzw. Seele verbunden und die „Anpassungsfilter“ noch nicht aktiv waren. Hier können wahre Schätze für dein erwachsenes Ich liegen. Bist du bereit sie ans Licht zu befördern? Und was bedeutet das für dein heutiges Leben? Mir kommen die besten Inspirationen beim Laufen. Vielleicht geht dir das genauso. Probier es doch einfach mal aus. Viel Spaß dabei!
